Allgemeine Informationen zu Reinkarnationstherapie

Reinkarnationstherapie oder auch genannt Rückführungstherapie ist eine Therapie, die mit der Erinnerung an mögliche frühere Leben (Inkarnationen) arbeitet. Sie geht davon aus, dass die Ursache eines gegenwärtigen Problems oder Krankheitsymptoms in einem früheren Leben liegt.

Bekannte Reinkarnationstherapeuten und Autoren in diesem Bereich sind u.a. Dr. Brian Weiss, Hans Ten Dam, Andy Tomlinson oder Roger J. Woolger.

Sichtweisen

V

iele Formen der Reinkarnationstherapie haben folgende Sichtweisen gemeinsam:

  • Es gibt eine Reinkarnation verbunden mit einer Weiterentwicklung des Individuums über verschiedene Leben.
  • Psychische und körperliche Probleme können durch Erlebnisse in früheren Inkarnationen verursacht werden.
  • Eine Erinnerung an vergangene Leben ist prinzipiell möglich.
  • Was in der Reinkarnationstherapie erlebt wird, kann aber muss nicht historisch geschehen sein.
  • Es geht nicht um die historische Aufarbeitung oder Feststellung von Fakten, sondern um das therapeutische Aufarbeiten und Lösen von energetischen und seelischen Blockaden.

Methoden und Ablauf

Vorgespräch

Mögliche Vorgehensweise einer Reinkarnationstherapie:
Der Therapeut und der Klient besprechen vorab, aufgrund von welchem Problem oder Symptom der Klient eine Rückführung wünscht. E ine verantwortungsvoll durchgeführte Rückführung stellt für einen gesunden Menschen keine Gefahr dar. Der Klient sollte einen Therapeuten wählen, dem er vertraut. Der Therapeut sollte über eine entsprechende Ausbildung und genügend Erfahrung verfügen und befähigt sein die Klienten zu erkennen, welche nur bedingt für die Rüchführungstherapie geeignet sind. Dazu gehöhren Klienten, die in psychologischer Betreuung sind, Psychopharmaka zu sich nehmen, drogenabhängig sind oder psychische Störungen haben. Diese sollten - wie auch bei anderen alternativen Heilmethoden - nicht ohne dass Einverständnis des Facharztes behandelt werden.

Vorbereitung

Im Normalfall findet eine Rückführung im liegen statt. Es gibt verschiedene Techniken, die angewandt werden. Viele Therapeuten arbeiten mit Methoden, die eine leichte Trance herbeiführen; beispielsweise durch Entspannungssuggestionen, die auch in der Hypnotherapie oder der klinischen Hypnose verwendet werden. Diese Vorbereitung kann zwischen 10 und 20 Minuten dauern. Im allgemeinen weisen die Therapeuten darauf hin, dass eine Erinnerung an ein früheres Leben keiner besonders tiefen Trance bedarf.

Es gibt auch sogenannte emotionale Brücken, die von Therapeuten wie Roger Woolger verwendet werden. Hierbei wird der Klient gebeten, sich auf die vorherrschende Emotion (z.B. Traurigkeit oder Wut), die er mit seinem aktuellen Problem verbindet zu konzentrieren und diese voll entfalten zu lassen und die dabei entstehenden Gedanken und möglichen Bilder vor seinem geistigen Auge mitzuteilen. Erinnerungen können sich bei dieser Methode schon nach sehr kurzer Zeit einstellen.

Der Klient wird im Normalfall gefragt sich an ein früheres Leben zu erinnern, das in Zusammenhang mit dem vorab besprochenen Problem oder Symptom steht.

Ablauf

Möglicher Ablauf: Entweder wird der Klient gebeten, sich an das frühere Leben direkt zu erinnern oder der Therapeut geht schrittweise zurück und fragt zunächst nach Erinnerungen aus der Jugend, als Kind, Baby, und im Bauch der Mutter. Die erste Erinnerung aus einem früheren Leben wird als Einstiegserinnerung bezeichnet. Die Fragen sollten neutral sein und nicht mögliche Antworten vorgeben. Fragen, die Suggestionen beinhalten sollten vermieden werden (ist das Ihr Vater, fühlen sie Hass?). Der Therapeut muss lediglich behilflich sein, durch die wesentlichen Ereignisse des früheren Lebens zu navigieren aber sollte keine Ideen oder Bilder vorgeben.

  • Was sehen Sie?
  • Was nehmen Sie war?
  • Was für Kleider haben Sie an?
  • Was fühlen Sie in dieser Situation?

Der Therapeut versucht die wichtigsten Emotionen, die an Erinnerungen gebunden sind und die wichtigsten Personen, die an dem Leben teilhaben, herauszuarbeiten. Hierbei bittet er den Klienten zum ersten und dann immer zum nächsten wichtigen Ereignis zu gehen und von seinen Wahrnehmungen zu erzählen.

Die Personen und Rollen an die man sich erinnert, sind auch sehr oft weniger spektakulär als gemeinhin angenommen. Die Klienten erzählen oft von früheren Leben als normale Bauern, Handwerker oder als sonstige Angehörige des einfachen Volkes.

Erinnerung an frühere Leben
Realität oder Phantasie

Die Intensität der Erinnerungen und der erlebten Gefühlswelt geben oft den Ausschlag, ob eine Klient daran glaubt, dass er in ein früheres Leben zurückgeführt wurde oder nicht. Aus therapeutischer Sicht spielt es keine Rolle, ob und wieviel an den Erinnerungen faktisch belegbar sind oder so stattgefunden haben. Viele Therapeuten sprechen deshalb auch vom Metaphern und Bildern, die emotionale Blockaden lösen. Es geht in der Therapie nicht darum, den Umstand ob es Reinkarnation oder die daran gebundene Seele gibt zu belegen.

Kontroversen

Aufgrund der Tatsache, dass diese Therapieform zunächst davon ausgeht, dass der Mensch bzw. seine Seele wiedergeboren werden kann, stösst sie bei Anhängern von Religionen und Weltanschauungen, die diese Ansicht nicht teilen, auf Ablehnung. Das Thema Reinkarnation kann eine polarisierende Wirkung haben was dazu beitragen kann, dass Diskussion um Wirkung und Sinn dieser Therapieform nicht ausschliesslich sachlich abgehalten werden und Gemüter erregt. Ungeachtet dessen, arbeiten in den USA seit den sechziger Jahren anerkannte Psychologen und Medidiziner mit der Reinkarnationstherapie - mit zum Teil erstaunlichen Resultaten für ihre Patienten. Diese Therapieform wird von den Patienten, denen die Schulmedizin nicht geholfen hat, zunehmend angefragt.

Research

Ron Van der Maesen (*1) arbeitete mit 54 Patienten, die an Symptomen der Schizophrenie leideten (Stimmen hören). 80% dieser Patienten waren in psychiatischer oder medizinischer Behandlung. Die Studie wurde von dem Department of Clinical Psychology at the University of Amsterdam in Holland überwacht. Sechs Monate nach der Therapie hatte ein unabhängiger Psychologe festgestellt, dass in 25% der Fälle, die Stimmen vollkommen verschwanden und dass bei 32% ein Lebensalltag mit deutlich verminderten Symptomen eintreten konnte.

Reinkarnation:
Der amerikanische Professor Ian Stevenson (University of Virginia) galt in der wissenschaftlich anerkannten Reinkarnationsforschung als führend und hat über tausend Fallstudien mit Kindern dokumentiert und teilweise in Büchern publiziert.

Literatur / Quellen

  • Ian Stevenson: Reinkarnation - Der Mensch im Wandel von Tod und Wiedergeburt ISBN 3899010191
  • Dr. Brian Weiss: Die zahlreichen Leben der Seele. Die Chronik einer Reinkarnationstherapie Goldmann, 2005 ISBN 3442217512
  • Michael Newton: Die Reisen der Seele. Karmische Fallstudien 1996 ISBN 978-3907029503
  • Roger J. Woolger: Die vielen Leben der Seele. München : Hugendubel, 1992 ISBN 3880345597
  • Andy Tomlinson: Healing the Eternal Soul. Insights from Past-Life and Spiritual Regression, 2006, ISBN 978-1905047413
  • Network Review - Journal of the Scientific and Medical Network, Sommer 2004, Seite 17-21, Artikel: Deep Memory Process and The Healing of Trauma (Englisch)


  • (1*) Van der Maesen, R. Past Life Therapy for People who Hallucinate Voices, in The Journal of Regression Therapy, Volume XIII (1), 1999.